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            "subtitle": "Frauen im Gestapo-Lager Neue Bremm",
            "description": "<div>Das Gestapo-Lager diente ab Mai 1943 dazu, die zunehmende Zahl von verfolgten Personen, Männer wie Frauen, aufzunehmen.&nbsp; Dazu gehörte zunächst der politische Gegner, aber auch jede Art von regimekritischen Menschen. Diese kamen ab 1935 zunächst in die saarländischen Gefängnisse (die Frauen ins Gefängnis auf dem Lerchesflur). Ab 1943 brachte man die Frauen dann in das Gestapo-Lager Neue Bremm. Zu den ersten Häftlingsgruppen gehörten Kommunistinnen, ausländische Zwangsarbeiterinnen, zunehmend dann weibliche Familienmitglieder von Deserteuren (sogenannte “Sippenhäftlinge) ebenso wie Widerstandskämpferinnen aus der Grenzregion. Eine weitere Kategorie bildeten Frauen, die eine Beziehung mit einem Zwangsarbeiter eingegangen waren. Gegen sie wurde nach dem sogenannten „Heimtückegesetz“ oder wegen „Rassenschande“ ermittelt.&nbsp;&nbsp;</div><div><br></div>Im Verlauf des Jahres 1944 erweitert sich die Funktion des Lagers, das nun zu einem zentralen Ort&nbsp; des Transits für politisch Verfolgte aus dem besetzten Frankreich wird, die von hier aus in die KZ-Lager deportiert werden, die Männer nach Buchenwald und Mauthausen, die Frauen nach Ravensbrück. In zahlreichen Augenzeugenberichten wird der Aufenthalt im Gestapo-Lager Neue Bremm als ein zentraler Moment des Übergangs in eine andere Welt beschrieben, die Überschreitung nicht nur einer Landesgrenze, sondern auch der ersten Begegnung mit dem nationalsozialistischen System der Entmenschlichung.&nbsp;",
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            "description": "<div>Wie wir bereits an Station 1 gesehen haben, befand sich schon im August 1943 eine Zwangsarbeiterin in der Neuen Bremm. Schauen wir nun genauer auf diese Häftlingsgruppe.</div><div><br></div><div>Ab dem Winter 1943 wurden zahlreiche sowjetische, polnische und andere osteuropäische Zwangsarbeiterinnen in die Neue Bremm deportiert. Als Gründe für die Einweisung galten angeblich mangelnder Arbeitseifer, Sabotage, Fluchtversuche oder sogenannter „verbotener Umgang“ mit der deutschen Bevölkerung. Besonders hart verfolgt wurden Beziehungen zwischen Deutschen und Zwangsarbeiterinnen oder Zwangsarbeitern. Kontakte waren grundsätzlich verboten. Mehrere russische und polnische Frauen wurden unter den Vorwürfen „unerlaubter Geschlechtsverkehr“ oder „Umgang mit Deutschen“ in der Neuen Bremm inhaftiert. Zu ihnen gehörte auch die Polin Katharina Kizlo, auf deren Geschichte wir in Station 7 zurückkommen.</div>Diese Beziehungen wurden sehr unterschiedlich geahndet: Während deutsche Frauen in großer Zahl verfolgt wurden, blieben deutsche Männer vergleichsweise selten im Fokus der Behörden. Für die Frauen bedeutete das eine doppelte Verfolgung – aus rassistischen und sexistischen Gründen. Auch polnische Frauen konnten betroffen sein und wurden in einigen Fällen nach Ravensbrück deportiert. Die Haft diente vor allem der Bestrafung und Einschüchterung. Nach meist spätestens 56 Tagen wurden die Frauen in der Regel wieder an ihre Arbeitsorte zurückgebracht.<br>Die größte Gruppe der ausländischen Zwangsarbeiterinnen stammte aus der Sowjetunion. Für sie galten besonders strenge Vorschriften. Die sogenannten Ostarbeitererlasse regelten ihren Alltag bis ins Detail. Die Frauen mussten ein Kennzeichen an ihrer Kleidung tragen, ihre Bewegungsfreiheit war stark eingeschränkt und sie waren vom öffentlichen Leben weitgehend ausgeschlossen. Selbst bei Luftangriffen wurden sie benachteiligt: Viele öffentliche Luftschutzräume durften sie nicht betreten.<br>Bis 1944 waren im Saarland mehr als 70.000 ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingesetzt. Sie arbeiteten nicht nur in den großen Industriebetrieben, sondern auch in Handwerksbetrieben, öffentlichen Einrichtungen und privaten Haushalten. Über das ganze Saarland hinweg entstand so ein dichtes Netz aus Hunderten von Lagern. In manchen Betrieben bestand mehr als die Hälfte der Belegschaft aus sogenannten Ostarbeiterinnen, teilweise arbeiteten dort sogar ausschließlich Frauen.<br><br><br><i>Literatur:<br>Bernhard, Horst, “Bis zu den Schultern in der Jauche”. Ehemalige Häftlinge des Saarbrücker KZs Neue Bremm erinnern sich, Saarbrücken 2001.<br>Havlíková, Jana/ Vondrysková, Lucie, Bestimmungsort: Saarland. Tschechische Zwangsarbeiter erinnern sich, Praha 2004.<br>Krämer, Hans Henning/ Plettenberg, Inge, Feind schafft mit… Ausländische Arbeitskräfte im Saarland während des Zweiten Weltkrieges, 1. Aufl. Ottweiler 1992.<br>Lemmes, Fabian, Zwangsarbeit in Saarbrücken. Ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene 1940-1945, St. Ingbert 2004.</i><br><br>",
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